Tatis Reisetagebuch
24.02.2003
Singapore - Auf dem Weg nach Singapur
Spaete Ankunft in Singapur um 22 h Ortszeit. 24 Stunden Reisezeit liegen nun
hinter mir nach einem recht angenehmen Flug mit der Air India ab Frankfurt,
1 1/2 stuendigen Zwischenstop in Delhi fuer Passagierwechsel und
Reinigungsarbeiten (waehrend derer wir das Flugzeug leider nicht verlassen
durften).
Dann weiter nach Bombay (Mumbay), 4-stuendiger Aufenthalt vor dem Weiterflug
nach Singapur ueber Chennai (ehemals Madras) mit bekanntem Zwischenstop. Die
Maschinen waren eher aelteren Datums, wirkten leicht ausgefranst, manche
Monitore hatten etwas Ladehemmung und das vordere linke Rad wollte sich nur mit
groesstem Stoenen ein- und ausfahren lassen. Umso besser war der Service, der
in fuersorglicher und charmanter, beinahe britischer Art von den kleinen,
unwichtigen Unzulaenglichkeiten der Technik ablenken konnte. In der
Zwischenzeit durfte ich drei indische Mahlzeiten zu mir nehmen sehr wuerzig,
aromatisch und fuer meinen Geschmack sehr lecker. Das Versoehnen mit der
indischen Kueche sei schon die halbe Miete fuer einen gelungenen Indienbesuch,
wusste meine spanische Nachbarin zu berichten.

Waehrend des zweiten Flugabschnitts lernte ich dann das vierte indische Gericht
und Karthik kennen, einen sympathischen, jungen Inder aus der Tamel Region im
suedosten Indiens. Wir hatten ein sehr interessantes Gespraech ueber das
indische Kastenwesen (er gehoert zur superior race wie er etwas stolz und
leicht schuechtern erklaert) und die Vorzuege der nach wie vor in Indien
ueblichen arrangierten Heirat. Da er noch nicht verheiretet ist, steht fuer ihn
die Wahl der Zukuenftigen noch aus. Sie sollte aus seiner Heimatregion kommen
wegen der Uebereinstimmung von Sprache und Kultur - man mischt die Kulturen
nicht so gerne in Indien. Er hat sich bei seinen Eltern ausgebeten, die Braut
selbst auswaehlen zu duerfen, duerfe sich dafuer jedoch waehrend moeglicher
Unstimmigkeiten nicht ueber seine Frau beschweren. Sie soll ihm bis ans Ende
seiner Tage folgen, das ist ihm bewusst, weshalb er sich zur Unruhe seiner
Mutter mit der Wahl etwas Zeit laesst. Auf dem Monitor laeuft derweil ein Hindi-
Film, der diese traditionelle Sitte etwas romantisch verklaert verfilmt bringt.
Die Inder untermalen ihre Filme gerne mit Gesangs- und Tanzeinlagen, aehnlich
wie bei uns waehrend des Musicalfiebers in den 80ern.

Die Zeit vergeht im Flug waehrend des Gespraechs mit Karthik. In Singapur
verabschieden wir uns und tauschen die Adressen aus. Vielleicht kann er mir im
Juni/Juli etwas von Indiens Sueden zeigen.
Ich bin totmuede, habe 30 Stunden nicht geschlafen und freue mich riesig
darauf, mich der Laenge nach ausstrecken zu koennen.